Die Halong Bucht bei Regen und Nebel

Die Halong Bucht ist wohl einer der bekanntesten Orte in Vietnam und den wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Jede von uns (meine Mutter ist übrigens mittlerweile auch in Asien gelandet und immer mit dabei) kennt die tollen Bilder und Postkartenmotive: Eine geheimnisvolle Bucht voller Felsblöcke, tolle Aussicht und blauer Himmel. Als wir mit dem Bus in Halong City ankamen, war davon leider wenig bis gar nichts zu sehen. Eigentlich sah man nur das Wasser, alles andere war in tiefen Nebel gehüllt. Aber davon lassen echte Traveller wie wir uns ja nicht beirren…. Also checkten wir auf unser Boot ein, das eigentlich ganz schön war.

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Die anderen Mitreisenden waren nett, darunter auch ein paar Deutsche (inklusive „In München steht ein Hofbräuhaus“ beim Karaoke und anderen Kalauern), Russen auf Hochzeitsreise und einige Engländer und Australier. Am Abend wurde gemeinsam getrunken und danach, wie erwähnt, Karaoke gesungen. Vor allem die Asiaten sind ja bekannt für ihre Liebe zum Gesang und so durften wir uns die ersten Runden den ein oder anderen mehr geheult-gejammerten Song auf Thai und Vietnamesisch anhören (… bis es zu Höhepunkten, wie dem erwähnten „Hofbräuhaus“ kam). Eine Sache auf die ich mich in Deutschland wirklich zu freuen beginne, ist guter Weißwein. Ich sage euch, ich fange an davon zu träumen: Von einem frischen, kühlen Gläschen trockenem Chardonnay oder leicht spritzigem Sauvignon Blanc. Besser noch: Ein softer Spanier aus Rueda. Ich habe hier wirklich alles probiert und Juliane hat sich ebenso dafür hergegeben. Für Dalat aus Vietnam, Myanmar Wein vom Inle-See in Burma und allerlei andere Experimente. Es gibt ja Traveller oder Gourmets insgesamt, die meinen, die Asiaten könnten das, also guten Wein produzieren. Entweder ist der so teuer, dass ich nie in Erwägung gezogen habe, welchen zu kaufen, oder sie verstecken ihn ganz tief im Weinkeller, um ihn für sich zu behalten. Ich habe jedenfalls nicht einen Tropfen davon getrunken. Ich habe korkigen, sauren Saft aus Trauben getrunken, dunkelgelben sherry-artigen Sud und wässrige, geschmacklose Plörre. Aber keinen guten Weißwein. Nun ja, so findet man auch in Traumregionen wie hier das ein oder andere Manko und hat so einen Grund sich auf daheim zu freuen. #firstworldproblems

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Unser Programm ist im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen: Kein Fahrrandfahren, kein Kayak, keine Affen auf Monkey-Island (denen war es wohl auch zu nass) und auch kein Schwimmen an Traumstränden in Halong. Aber so ist das halt, wäre ja noch schöner, wenn wir Menschen auch noch das Wetter kontrollieren könnten …

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Dafür waren wir in der Tropfsteinhöhle, die wirklich groß und schön war und deren Hauptattraktion laut unserem minderlustigen Guide ein Stalagmit in Phallusform war, der von den offenbar überwitzigen Angestellten dort auch noch leuchtend rot angestrahlt wurde (hahaha, Penis, hahaha, lustig). Über die Höhle an sich wusste der Gute weniger Bescheid, seine Prognose wie Tropfsteinhöhlen entstehen war, dass das wohl etwas mit Erdbewegungen oder der Natur zu tun habe. Was ein gut informierter Bursche.

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Nach einer kalten und feuchten Nacht auf Cat Ba (im Sommer bzw. bei tollem Wetter soll das eine echte Trauminsel sein), ging es wieder nach Halong Bay City und zurück nach Hanoi. Nun ja, das war das einzige Mal bisher, dass das Wetter nicht traumhaft war und das sollten wir verschmerzen können (vor allem im Hinblick darauf, dass wir eigentlich in die Mongolei wollten, wo die Temperaturen zurzeit unter -15 Grad gehen :))

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Das tollste auf der Tour war das Essen. Hier gab es mal echtes Viet-Essen und nicht so an Touristen angepasste, semi-asiatische Gerichte. Außer die obligatorischen kalten Pommes; wieso es die immer dazu gibt und gab, weiss ich nicht. Vielleicht hat man gehört, dass wir gern Pommes essen, bevorzugt kalt. Oder man hat sich gedacht, das passt einfach super zu Tofu in scharfer Sauce, Sommerrollen, Suppe und Fisch. Ich weiß es nicht, die hätte man jedenfalls getrost weglassen können. Wie man sieht, das Wetter drückt ein bisschen auf die Laune und den Humor – aber das bessert sich bald, versprochen 🙂

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