Kulinarische Köstlichkeiten in den Straßenküchen Hanois

14264840_1227946727237324_4844910298974050159_nNachdem wir zu Anfang unserer Reise den Süden Vietnams bereist hatten, stand mehrere Monate später dann auch der Norden an. Das Wetter hat, wie bereits im Halong-Artikel erwähnt, leider nicht so mitgespielt. Nichtsdestotrotz ist Hanoi, Vietnams Hauptstadt, eine faszinierende Stadt. Bei mir persönlich standen die Sehenswürdigkeiten hier nicht so im Vordergrund wie das Essen. Vietnams Straßenküchen und Restaurants sind voll von dampfenden Suppen, würzigen Saucen, knusprigem Fleisch und frischen Sommerrollen. Der Einfluss Südchinas ist hier deutlich zu merken, was auch dazu führt, dass ich das ein oder andere nicht probieren kann – der böse Ingwer lauert immer wieder irgendwo und wartet auf mich und meine Kehle.

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Hanois Straßen sind voll von Motorrädern und verkratzen Autos, verstopft mit Menschen und Fahrrädern, Verkäufer mit Bauchläden und Schulterträgern verkaufen von der Ananas über die Cola bis hin zur Wollmütze alles was frau braucht oder eben auch nicht. Auf den Dächern gehen Katzen spazieren und vor den vielen Shophouses liegen verschlafene Hunde, denen der Lärm der Motoren nichts auszumachen scheint. Die Shophäuser sind ein chinesisches Phänomen: Kleine schmale Häuser, dicht an dicht gedrängt, oben wohnen die Menschen, unten ist irgendein Shop. Eigentlich hat hier jeder einen Laden – und wer keinen hat, öffnet die Tür zum ebenerdigen Wohnzimmer und verkauft was vom eigenen Mittagessen oder Blümchen vom Balkon.

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Vietnam ist vor allem für seine Suppen bekannt, bei uns sicherlich am bekanntesten die Pho Bo, eine würzige Rindersuppe. Suppen sind hier keine Vorspeise sondern ein Hauptgericht. Man bekommt die Suppenschale und dazu einen Teller mit allerlei Grünzeug: Salat, frischer Koriander, Minze und mehr. Das kommt dann als Einlage in die Suppe und wird auch mit gegessen. Ich erinnere mich, als ich so 16 Jahre alt war, war ich bei meinem Schulfreund Gi-Sang Kim zu Gast weil wir gemeinsam ein Lied proben mussten (ich Gesang, er Klavier – begnadeter Typ sage ich euch). Ich durfte zum Essen bleiben und ich erinnere mich, dass es Suppe gab und auf dem Tisch allerlei Zutaten standen, die man selbst in die Suppe werfen konnte. So auch Salatblätter. Ich weiß noch wie ich gedacht habe „wieso zum Teufel werfen die denn den Salat in sie Suppe“ (Ich Banause!!!). Gi-Sang und seine Familie sind Koreaner und nun, wo ich älter bin, weiß ich natürlich, dass es in Asien ganz einfach dazu gehört, aber damals dachte ich, da stimmt irgendetwas nicht.

(Im Nachhinein also, Gi-Sang, solltest du das lesen: Vergib mir meine wahrscheinlich seltsamen Blicke auf deinen Teller, ich war jung und dumm und komme heute gern noch einmal zum Essen vorbei, wenn ich darf. Musizieren können wir auch gern mal wieder!)

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Auch ein echter Hingucker und Gaumenschmaus sind die vietnamesischen Pfannkuchen. So dünn wie Papier und mit Gemüse und Fleisch gefüllt, kann man sie entweder gleich so essen oder man wickelt sie in Reispapier, so dass sie wie die tollen Sommerrollen aussehen, und genießt sie mit verschiedenen Saucen. Dazu ein frischer Papaya- oder Lotussalat und man schwebt im siebten Gastro-Himmel.  Die Salate hier sind nicht wie bei uns mit ein wenig Dressing benetzt, sondern geradezu darin getränkt. Alle Zutaten sind sehr klein geschnitten und geraspelt, oft sind außerdem Erdnüsse oder ein wenig Sesam in der Sauce. Nicht zu vergessen natürlich Knoblauch und Chili. Trotzdem ist das vietnamesische Essen im Vergleich zu den anderen südostasiatischen Küchen eher mild und nicht so scharf und überwürzt wie in Thailand.
Gastronomien sehen in Vietnam übrigens ein wenig anders aus als bei uns: Viele „Restaurants“ haben einfach nur ihre Küche drinnen, aber offen, und die Gäste sitzen davor auf dem Bordstein, auf winzigen Plastikhockern vor winzigen Plastiktischchen. Für uns Europäer gewöhnungsbedürftig, allein weil wir eigentlich viel zu groß für die Stühlchen sind. Die fänden bei uns höchstens im Kindergarten Verwendung.

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Übers Essen und Kochen und Trinken und Schlemmen rein generell könnte ich euch stundenlang erzählen, wen speziell dieses Thema mehr interessiert, der geht einfach mal auf www.pommedesgarcons.com und liest mehr über die schönste Nebensache der Welt (das Essen wohlgemerkt … jajaja!) aus der Perspektive von mir und meinen lieben Kollegen. In dem Sinne: Lasst es euch schmecken, wo immer ihr gerade seid!

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