Maren und Juliane machen ernst … und langsam. Langsam, aber sicher.

Jeder auf Koh Phangan fährt Motorrad oder Roller. Jeder! Und nach drei Tagen entspanntem Strandleben war es auch für uns an der Zeit, uns aufs Bike zu schwingen. Juliane und ich, zwei heiße, blonde Bienen auf einem noch heißeren Bike. Die Haare wehen im Wind, die Lederweste flattert und das Tacho zeigt 200. Palmen fliegen vorbei und wir überholen zwei braungebrannte, halbnackte Surfer auf ihrem Weg zur nächsten Welle. Soweit die Vorstellung. Nun zur Realität.

Rolling in ThailandJuliane und ich sind beide versierte Autofahrer und haben noch zuletzt darüber gesprochen, bald unseren großen Motorradführerschein zu machen. Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis dürfte dieser Wunsch erstmal hinten an stehen.Streets of Koh PhagnanUnsere Maschine war eine unglaublich schnelle, schnittige Vespa mit dem Titel Haad Salad Shop … ach nee, so hieß nur der Laden aus dem wir sie für sage und schreibe 200 Baht (ca. 4,50 Euro) für 24 Stunden geliehen haben. Der kleine Thai fragte freundlich wie viele Helme wir bräuchten: Offensichtlich zwei. Die gab es in XS und L. Also für uns Dickköpfe L … Juliane wurde stranguliert von ihrem modischen Meisterstück mit dem Eiffelturm darauf und mein Helm rutschte munter hin und her – CHEER stand darauf und viele rosa-unterlegte Fußbälle mit Engelsflügeln dran. Der Typ zeigte uns leider nicht, wie das Ding funktioniert und daher hat Juliane erstmal rumprobiert. Ich habe mich fast eingenässt bei den ersten Fahrversuchen. Aber dann bin ich mutig aufgestiegen und wir sind in Richtung Hauptstraße gesaust. Leider haben wir dabei vergessen, dass hier Linksverkehr herrscht. Und dann mussten wir noch tanken. Schön den orangefarbenen Sprit aus der Whiskeyflasche in den Tank. Professionell wie unsere Fahrkünste. Nach 15 km mit 20 km/h und verkrampften Schultern wurde es langsam lustig, vor allem an den Steigungen und am Gefälle. Da haben wir es auf über 40 km/h geschafft. Irgendwann durfte ich dann auch mal fahren. Leider waren wir mitten in Haad Rin, in einer Küstenstadt, als ich gemerkt habe, dass ich super geradeaus fahren, aber keinesfalls abbiegen kann. Nur mit Mühe konnte ich verhindern, andere, geparkte Fahrzeuge mitzunehmen oder Juliane hinten drauf zu verlieren.Elephant Thai islands

waterfall thailandNichtsdestotrotz haben wir einen Wasserfall gesehen, Elefanten und einen tollen Strand, außerdem haben wir uns einen tollen, ranzigen Straßenthai gesucht und superbillig und schmackhaft gegessen. Man könnte sagen, dass wir nach dieser Erfahrung durchaus Mitglied in einer berühmt-berüchtigten Bikergang werden könnten. Juliane sagt, ein idealer Name dafür wäre „langsam aber sicher“, ich dachte eher so an „The biking Bikini-Girls“ oder „Langsam ist das neue Schnell“. Zu Beginn war ich relativ sicher, dass wir rapide altern bei der Fahrt, weil wir einfach so langsam waren, dass man uns praktisch beim Älter werden zusehen konnte. Heute ist davon ein wunder Po und eine halbe Sehnenscheidenentzündung übrig. Beim nächsten Mal knacken wir vielleicht die 50 km/h – wer weiß.bikerchicksMorgen geht es auf eine 28-stündige Reise nach Ankor Wat, Kambodscha (ja, wir wagen es und versuchen das Krisengebiet Phnom Penh zu umgehen, gerade ist auch mehr Trouble in Bangkok), mit dem Schiff, Flugzeug, Taxi und Bus. Neuigkeiten dann also in ein paar Tagen aus Kambodscha. Der Zwischenstopp in Thailand hat sich definitiv gelohnt. Morgen gönnen wir uns noch einmal Geknete von Madame Tuk, die ihr Massagehandwerk wirklich beherrscht und auf geht’s. Die besten Grüße nach Düsseldorf und Kempten und überall sonst, wo das hier gelesen wird.

Die Bikerchicks