Verliebt in Kambodscha, seine Menschen und sein Essen

Nachdem Madame TukTuk mich in Ko Phangan am Strand mit ihrer Thaimassage fast umgebracht hat (ich habe geschrien, gestöhnt und wie sonst was geschwitzt vor Schmerz, aber am Ende ging es mir dann wirklich besser), weil ich laut ihr im rechten Bein „bone“ habe und im linken Bein „no bone“, ging es für Juli und mich auf die erste richtig nervige Weiterreise. Mit dem Taxi zum Pier, mit dem Boot nach Samui, per Flug nach Bangkok, dort 5 Stunden am Flughafen warten, per Taxi ins Zentrum, um um 6.30 Uhr in einen Bus einzuchecken, der um sieben Richtung Siem Reap, Kambodscha tuckerte (insgesamt zwölf Stunden) inklusive Grenzüberquerung zu Fuß.Monks in Ankor WatDoch es hat sich gelohnt: Kambodscha ist wahrhaft wunderschön und die Menschen unglaublich nett, gar nicht aufdringlich – wie man es von einigen Straßenverkäufern in Indien oder Indonesien gewöhnt ist (Hello meil leeediii, wiltsch cantri, wiltsch cantri, ah Lärmani, Lärmani, buutifu cantri. Lärman leediii so buutifu – want tu beil skarff?). Versteht mich nicht falsch: Ich weiß, diese Straßenverkäufe sind der Lebensunterhalt vieler Menschen. Und die Daseinsberechtigung ist mehr als gegeben, wenn vermutlich reiche Westler wie die Fliegen in Ländern einfallen und es bevölkern. Dennoch ist so ein Trip durch einige solcher Aspekte manchmal anstrengend. Man wird genervt, auch wenn man gar nicht so gereizt sein möchte.

Juli und mich hat ein bisschen der Einkaufswahn gepackt und wir haben munter Souvenirs geshoppt – leider sind die Rucksäcke jetzt noch ätzender zu tragen. Die Verkäufer hier sind eher zurückhaltend. Um Verkäuferin zu werden, muss man hier vor allem einen Satz beherrschen: Lady, wanna buy something? I make discount, good price, my friend! Wenn man verneint, sind sie aber sehr freundlich und lassen einen in Ruhe.Maren in Ankor WatDer Anlass unseres Besuchs war natürlich Ankor Wat. Wir sind extra um halb fünf aufgestanden und mit dem TukTuk hingefahren, um den Sonnenaufgang mitzuerleben. Kleiner Tipp am Rande, if you ever plan to come here: Es reicht durchaus auch um acht hinzufahren und im Hellen sind die Bauwerke noch beeindruckender, als im Dunkeln, um fünf Uhr morgens, mit gefühlt dem ganzen chinesischen Volk inklusive Kameras, Selfiesticks, Blitze und iPhones um dich herum. Ankor war in jedem Fall den Besuch wert, man sollte es mal gesehen haben. Es ist unglaublich, wie große die Anlage ist und was damals (Anfang 10. Jahrhundert – und ja, die Zeitzählung geht so weit zurück) mit purer Muskelkraft hier geschaffen wurde.

mari in Ankor wat

Ankor in the morningEs hat mich nicht ganz so beeindruckt wie der Taj Mahal, wenn ich ehrlich bin, aber es war doch wunderschön. Außerdem war Juliane sehr glücklich, weil sie schon seit ihrer Kindheit mal her wollte und da bin ich natürlich glücklich, wenn sie es ist.

treehouse ankor

Sculptures Ankor WatHeute haben wir einen Kochkurs gemacht. Das war wirklich toll: Jeder durfte sich aus der Karte zwei Gerichte aussuchen und diese dann kochen. Ich habe mich für einen scharfen Papayasalat und ein Hähnchen Amok entschieden. Amok ist typisches Khmer-Essen und so eine Art Curry mit Pilzen und vielen asiatischen Kräutern und Gewürzen im Bananenblatt. Juli hat sich für frische Sommerrollen entschieden und für ein Fisch Amok. Unsere Lehrerin war sehr dominant – aber das sind hier irgendwie alle – so ein kleines Diktatoren-Völkchen (just kidding!). Das Essen war super, hätte aber durchaus halb Kambodscha ernähren können, daher ist einiges übrig geblieben. Juliane und ich waren natürlich echte Profis, daher kamen uns nur sehr anspruchsvolle Aufgaben zu: Juli durfte circa 2 Stunden lang Gewürze im Mörser zerstoßen (sie bekommt sicher ordentlich Muckis und kann dann unsere beiden Rucksäcke auf einmal tragen) und ich durfte zum Beispiel die fertig gekochten Reismehl-Bällchen mit Palmzucker von einem Topf in den anderen umfüllen. Ich war leicht nervös als mir diese Aufgabe zugewiesen wurde, aber ich habe es geschafft. Für unsere Superleistung haben wir sogar ein Zertifikat über drei Stunden Kochtraining erhalten. Ja, seid ruhig neidisch. Wir sind damit als Köche mindestens so qualifiziert, wie man mit dem einen Satz Verkäuferin ist.Vegetables in Siem Reap

Meat in Siem Reap

Maren & Juli Chef

Papaya Salad in the making

Khmer Dishes

The khmer chef marenIn unserem Hostel arbeitet Mr. Why Not. Ja, warum nicht mal so ein Name (er nennt sich wirklich so und auch seine Mailadresse lautet so!),  der einem mit allem und jedem helfen kann und wirklich herzallerliebst ist. Leider verlassen wir ihn in zwei Stunden, denn dann kommt der Pickup-Service zum Nachtbus. Eins ist sicher, ich komme wieder (dann mit mehr Platz im Rucksack).